Botulinum als Migräneprophylaxe

Botulinum bei chronischer Migräne in Berlin

Wenn Migräne an vielen Tagen den Alltag bestimmt

Botulinum kann bei bestimmten Patienten mit chronischer Migräne zur vorbeugenden Behandlung eingesetzt werden. Zu beachten ist, dass die Behandlung nicht für eine einzelne akute Attacke gedacht ist und sich auch nicht zur Vorbeugung jeder Migräneform eignet.

Definition: Von chronischer Migräne spricht man, wenn über mindestens drei Monate an 15 oder mehr Tagen pro Monat Kopfschmerzen bestehen und davon an mindestens acht Tagen Migränemerkmale vorliegen.

Ziele der Migräneprophylaxe

Weniger Kopfschmerztage

Die Zahl der Tage mit Kopfschmerzen kann sich bei geeigneter Indikation reduzieren.

Weniger Migräneattacken

Auch Häufigkeit und Intensität der Migräneattacken können abnehmen.

Mehr Alltagssicherheit

Ziel ist eine geringere Beeinträchtigung in Beruf, Familie und Freizeit.

Wie wirkt Botulinum bei chronischer Migräne?

Botulinumtoxin Typ A – auf dieser Seite kurz Botulinum – wird bei chronischer Migräne nicht zur Behandlung einer akuten Attacke eingesetzt. Es dient der Vorbeugung. Der Wirkstoff hemmt an schmerzleitenden Nervenendigungen vorübergehend die Freisetzung bestimmter Botenstoffe. Dadurch können Prozesse gedämpft werden, die an der Sensibilisierung und Weiterleitung von Schmerzsignalen beteiligt sind.

Die Wirkung setzt nicht unmittelbar nach der Injektion ein und bleibt zeitlich begrenzt. Wenn sie nach einigen Monaten nachlässt und die medizinische Indikation fortbesteht, kann die Behandlung in geeigneten Abständen wiederholt werden.

Voraussetzungen für die Behandlung

Gesicherte Diagnose

Voraussetzung ist eine sorgfältige Einordnung der Kopfschmerzen und die Diagnose einer chronischen Migräne.

Bisherige Prophylaxe

Wir erfassen bisherige vorbeugende Therapien, ihre Wirksamkeit und mögliche Unverträglichkeiten.

Neurologische Expertise

Diagnose und Behandlung müssen entsprechend den fachlichen Vorgaben durch oder unter entsprechender neurologischer Expertise erfolgen.

Sicherheit und Qualifikation

Dr. med. Josephine Reiche hat den DGBT-Zertifizierungskurs zur Anwendung von Botulinum mit theoretischer und praktischer Prüfung erfolgreich abgeschlossen.

Behandlung nach medizinischem Schema

Die Injektionen erfolgen nach einem standardisierten medizinischen Behandlungsschema in definierten Muskelregionen an Kopf und Nacken. Bei ausgeprägten individuellen Schmerzschwerpunkten können bei der Therapie innerhalb bestimmter Muskelgruppen zusätzliche Injektionspunkte berücksichtigt werden.

Die Behandlung wird zunächst alle 3 Monate wiederholt. Häufig lässt sich erst nach mehreren Behandlungszyklen zuverlässig beurteilen, wie gut ein Patient darauf anspricht. Bei gutem und stabilem Ansprechen passen wir die weiteren Behandlungsintervalle individuell an.

So läuft eine medizinische Botulinum-Behandlung ab

  1. Ärztliches Vorgespräch: Wir besprechen Ihre Beschwerden, die bisherige Diagnostik, bereits durchgeführte Therapien, bestehende Erkrankungen, Medikamente und mögliche Behandlungsalternativen.

  2. Untersuchung und Behandlungsplanung: Abhängig von der Indikation untersuchen wir die betroffenen Regionen und legen die geeigneten Injektionspunkte fest. Dabei berücksichtigen wir Ihre individuelle Anatomie, Muskelaktivität und Ihr persönliches Beschwerdebild.

  3. Behandlung: Mit sehr feinen Nadeln injizieren wir kleine Mengen des Wirkstoffs gezielt an mehreren Punkten. Die eigentliche Behandlung dauert meist nur wenige Minuten.

  4. Nachkontrolle: Wir besprechen, wann mit einer Wirkung zu rechnen ist, worauf Sie nach der Behandlung achten sollten und wann eine Kontrolle sinnvoll ist.

Voraussetzung: Neurologisch gesicherte Diagnose

Bei der Migräneprophylaxe sind darüber hinaus eine neurologisch gesicherte Diagnose, die sorgfältige Prüfung der bisherigen vorbeugenden Therapien und die Anwendung eines festgelegten medizinischen Injektionsschemas entscheidend. Bitte bringen Sie vorhandene neurologische Befunde und Angaben zu bisherigen Therapien mit.

Wie bei jeder medizinischen Behandlung können auch bei einer Behandlung mit Botulinum Nebenwirkungen auftreten. Abhängig von der behandelten Region sind beispielsweise vorübergehende Schmerzen, Rötungen oder kleine Blutergüsse an den Einstichstellen sowie eine zeitweise Abschwächung behandelter oder benachbarter Muskeln möglich.

Vor jeder Behandlung prüfen wir mögliche Gegenanzeigen. Wir besprechen den erwartbaren Nutzen, mögliche Risiken und sinnvolle Alternativen mit Ihnen persönlich.

Häufige Fragen zu einer Botulinum-Therapie bei chronischer Migräne

Für wen kommt Botulinum infrage?

Botulinum kommt für erwachsene Patienten mit chronischer Migräne infrage, bei denen eine vorbeugende Migränemedikation nicht ausreichend wirksam war oder nicht vertragen wurde. Ob die Behandlung im individuellen Fall geeignet ist, wird anhand des Kopfschmerzmusters, der bisherigen Therapien und der medizinischen Vorgeschichte beurteilt.

 

Wo wird Botulinum bei Migräne injiziert?

Die Injektionen erfolgen nach einem medizinisch vorgesehenen Behandlungsschema in definierten Muskelregionen an Kopf und Nacken. Innerhalb dieses Rahmens können wir Ihr individuelles Kopfschmerzmuster berücksichtigen.

Wie schnell wirkt die Behandlung?

Die Wirkung setzt nicht sofort ein.  Erste Veränderungen können innerhalb der ersten Tage auftreten; die Wirkung entwickelt sich anschließend weiter. Wie deutlich die Beschwerden zurückgehen, ist individuell verschieden.

 

Kann Botulinum auch bei gelegentlicher Migräne eingesetzt werden?

Die medizinische Botulinum-Behandlung ist für die Prophylaxe chronischer Migräne vorgesehen. Bei gelegentlicher Migräne oder häufig auftretendem Kopfschmerz beraten wir Sie gerne zu anderen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen.

Muss die Diagnose chronische Migräne bereits neurologisch gesichert sein?

Ja. Vor einer Botulinum-Behandlung sollte die Diagnose einer chronischen Migräne durch einen Neurologen gesichert worden sein. Bitte bringen Sie vorhandene neurologische Befunde sowie Informationen zu bisherigen vorbeugenden Migränetherapien zum Termin mit.

Kosten und mögliche Kostenerstattung

Ob eine Krankenversicherung die Kosten einer medizinischen Botulinum-Behandlung übernimmt, hängt unter anderem von der Diagnose, der medizinischen Indikation, dem verwendeten Präparat, vorausgegangenen Behandlungen und dem individuellen Tarif ab.

Für bestimmte Botulinum-Präparate besteht bei chronischer Migräne eine arzneimittelrechtliche Zulassung, wenn die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind. Eine teilweise oder vollständige Erstattung durch eine private Krankenversicherung oder Beihilfestelle kann daher möglich sein. Eine Zusage können wir nicht geben.

Selbstzahlerleistung in der Privatpraxis

Unsere Praxis ist eine Privatpraxis. Gesetzlich versicherte Patienten können die Behandlung grundsätzlich als Selbstzahlerleistung in Anspruch nehmen. Eine Kostenerstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung ist in unserer Praxis nicht regelhaft gegeben. Auf Wunsch erhalten Sie vor der Behandlung einen Kostenvoranschlag.

Medizinische Botulinum-Sprechstunde in Berlin-Hermsdorf

Sie haben eine neurologisch gesicherte chronische Migräne und möchten erfahren, ob Botulinum für Sie als vorbeugende Therapie infrage kommt?

Vereinbaren Sie Ihren Termin zur medizinischen Botulinum-Sprechstunde bitte über unsere Online-Rezeption.

Im ersten Gespräch klären wir Ihre Beschwerden und das geeignete weitere Vorgehen. Unsere Praxis ist gut erreichbar aus Reinickendorf, Frohnau, Tegel, Heiligensee, Waidmannslust und Lübars sowie aus dem nördlichen Berliner Umland.

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